Haaröl richtig anwenden: Menge, Zeitpunkt und welches Öl für welches Haar

Haaröl ist das Produkt, das am häufigsten falsch angewendet wird: zu viel, an der falschen Stelle, zum falschen Zeitpunkt. Das Ergebnis sind fettige Strähnen statt Glanz. Richtig dosiert macht ein gutes Haaröl trockene Längen geschmeidig, versiegelt die Spitzen, bändigt Frizz und schützt vor Hitze. Dieser Ratgeber erklärt, wie viel Öl dein Haar braucht, ob es ins nasse oder trockene Haar gehört und welches Öl zu welchem Haartyp passt.

Was Haaröl kann und was nicht

Öle legen sich um die Haarfaser, glätten die Schuppenschicht und halten Feuchtigkeit im Haar. Leichte Öle wie Arganöl dringen teilweise in die Faser ein, schwere Öle wie Kokosöl bleiben eher außen. Haaröl ersetzt keine Feuchtigkeitspflege: Es versiegelt, was Conditioner und Maske eingelagert haben. Auf trockenem, ungepflegtem Haar ohne vorherige Feuchtigkeit bringt Öl wenig. Deshalb gehört es an das Ende der Routine, nicht an den Anfang.

Wie viel Haaröl?

Haartyp Menge Wohin
Feines Haar, kurz bis schulterlang 1 Tropfen nur Spitzen
Normales Haar, mittellang 2 bis 3 Tropfen untere Hälfte der Längen
Dickes, langes oder lockiges Haar 4 bis 6 Tropfen Längen und Spitzen
Sehr trockenes, blondiertes Haar 3 bis 5 Tropfen plus wöchentliche Ölkur Längen, nie Ansatz

Die Regel: mit einem Tropfen anfangen, in den Handflächen verreiben, bis kaum noch Öl zu sehen ist, dann durch die Spitzen streichen. Nachlegen ist einfach, zu viel Öl kostet eine Wäsche.

Ins nasse oder trockene Haar?

Ins handtuchtrockene Haar als Pflege und Hitzeschutz vor dem Föhnen: Das Öl verteilt sich gleichmäßig und schließt die Schuppenschicht beim Trocknen ein. Ins trockene Haar als Finish für Glanz und gegen fliegende Härchen: hier nur ein Tropfen, sonst wirkt das Haar strähnig. Vor der Wäsche als Kur: 10 bis 15 Tropfen in Längen und Spitzen, 30 Minuten oder über Nacht einwirken lassen, dann zweimal shampoonieren. Ideal für sehr trockenes und lockiges Haar einmal pro Woche.

Welches Öl für welches Haar?

Alle Öle und Seren im Vergleich findest du in der Kategorie Haaröl & Haarserum.

Haaröl und Kopfhaut

Öl gehört nicht auf den Ansatz, wenn die Kopfhaut normal oder fettig ist. Bei trockener, spannender Kopfhaut hilft eine gezielte Ölkur: zehn Tropfen mit den Fingerkuppen einmassieren, 30 Minuten einwirken lassen, mild auswaschen. Bei fettigen Schuppen ist Öl dagegen kontraproduktiv, weil es den Hefepilz nährt. Welche Kopfhaut welche Pflege braucht, steht im Ratgeber Juckende Kopfhaut.

Fehler, die das Haar fettig wirken lassen

  • Öl direkt aus der Flasche ins Haar statt erst in die Hände.
  • Am Ansatz oder am Oberkopf auftragen.
  • Zu viel auf einmal statt tropfenweise nachlegen.
  • Öl auf ungewaschenes Haar mit Stylingrückständen.
  • Silikonhaltige Öle, die sich aufbauen und das Haar mit der Zeit schwer machen. Die Öle hier sind silikonfrei.
  • Öl als Ersatz für Conditioner. Öl versiegelt, Conditioner spendet Feuchtigkeit, beides gehört zusammen.

Häufige Fragen

Haaröl vor oder nach dem Föhnen? Ein bis zwei Tropfen vor dem Föhnen als Schutz, ein Tropfen danach als Finish.

Wie oft Haaröl anwenden? Nach jeder Wäsche in kleiner Menge, bei trockenem Haar zusätzlich einmal pro Woche als Kur.

Kann Haaröl das Haar austrocknen? Nein, aber Öl ohne vorherige Feuchtigkeitspflege kann trockenes Haar strähnig wirken lassen, ohne es zu pflegen.

Haaröl oder Haarserum? Serum für feines Haar und Glanz, Öl für dickes, trockenes und lockiges Haar.

Hilft Haaröl gegen Spliss? Es versiegelt gespaltene Spitzen optisch und verhindert neuen Spliss, repariert aber nicht. Gegen Spliss hilft nur die Schere.

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